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Rede von Tino für den ADFC Aschaffenurg
Hallo, schönen Abend in Aschaffenburg! Tino Fleckenstein ist mein Name, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs.
Wir sind ein Verein, der ist vielleicht einen Tick "bürgerlicher" aufgestellt als der Stern, aber wir haben auch verschiedene Gemeinsamkeiten: Wir fahren alle gern mit dem Fahrrad, wir versuchen, die Umwelt zu schützen, das Klima zu schützen, haben also verschiedene Anknüpfungspunkte. Wir kennen uns natürlich auch von verschiedenen Aktionen, wir sind uns des öfteren begegnet, wir sind früher auch bei der Critical Mass in Aschaffenburg zusammen gefahren, wir haben bei verschiedenen Klima-Demonstrationen von Fridays For Future usw. uns gesehen. Also man kennt sich.
Wir treten für Interesen ein, die konvergieren in manchen Punkten, und das ist gut so und das ist auch wichtig in dieser Stadt. Wir sind ein Verband, der sich dafür einsetzt, dass auch soziale Teilhabe möglich ist, denn Leute, die kein Auto haben, müssen ja auch irgendwie von A nach B kommen, da ist ein Fahrrad zum Beispiel auch ein ganz gutes Mittel. Wir haben also hier verschiedene Anknüpfungspunkte.

Und dieser Angriff - dieser feige Angriff muss man sagen - in der Nacht, aus dem Dunklen, so wie man es aus den dunkelsten Attentäterfilmen kennt - findet hier in Aschaffenburg statt, also das ist schon ein erschütterndes Beispiel, das uns hier präsentiert wird. Wir stellen uns ganz klar solidarisch mit dem Stern, der hier für verschiedene wichtige Sachen auch in dieser Stadt eintritt, so wie es andere Verbände, die heute hier auch alle präsent sind, auch tun.

Es freut mich, dass so viele gekommen sind. Ich habe jetzt keine Abschätzung getroffen, ich würde sagen, wir gehen jetzt hier Richtung 400 Leute, das halte ich doch mal für ein sehr deutliches Signal, dass wir uns alle hier mit dem Stern solidarisch erklären, danke!

Und ich hätte es nicht gedacht, dass auch wir, die wir für unser "harmloses" Thema wie Radfahren einsetzen, hier mittlerweile auch bei unseren Aktionen zu dem Gedanken kommen: "Brauchen wir Personenschutz?". Wir sind auch - wir hatten vor ein paar Wochen eine Aktion gemacht - mit derart aggressiven Menschen auch aus dem rechten Umfeld konfrontiert worden, das sind ganz neue Sachen.
In Ostdeutschland hat sich diese Tage ein Kreisverband gegründet, der hat auf der entsprechenden Seite von der Zeitung 1300 Hasskommentare innerhalb von, keine Ahnung, einer Woche gekriegt. Also, man sieht, das ist die Stimmung ganz schön tief teilweise im Lande - wohlgemerkt für so ein Thema, wo wir eigentlich sagen, wir wollen den Menschen eine gute Mobilität bieten, gute Lebensbedingungen vor Ort, wie es der Stern ja auch will, und die werden hier bekämpft - ich kann es mir teilweise nicht mehr erklären, das hat doch nichts mehr mit "rational" zu tun.
In der Hinsicht ist es ganz wichtig: Wir werden unser Engagement für eine faire Mobilität auch zusammen mit den Leuten vom Stern, von Fridays For Future und wie ihr alle hier seid zusammen einsetzen und fortsetzen. Wir werden uns hier nicht unterkriegen lassen, das gilt für uns alle. Auch ich habe mittlerweile meine Erfahrungen, ich habe aktuell eine Strafverfahren laufen gegen jemanden aus dem rechten Kreis, der mir eine Aufforderung zum Selbstmord geschickt hat. Darauf wartet er lange, den kriegt er nicht. Der kriegt von mir Widerstand, Widerstand gegen rechts. Und das soweit es notwendig ist, und so werden wir das auch fortsetzen.
Ich bedanke mich, wir werden hier zusammenstehen.
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