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Stern e.V.

Verein zur Förderung alternativer Kultur und politischer Bildung

Statement zur tödlichen Messerattacke vom 22.01.2025

Wir sind schockiert und traurig über die schwere Gewalttat in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, bei der zwei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt wurden.
Den Hinterbliebenen möchten wir unser Beileid ausdrücken. Den Verletzten wünschen wir, dass die körperlichen Wunden bald heilen mögen.
Wir hoffen für alle Betroffenen, dass dies irgendwann auch wieder für alle seelischen Wunden möglich sein kann - auch wenn die Verluste geliebter Menschen sicher für immer Spuren hinterlassen werden.

Das Geschehene ist schlimm und unfassbar genug und für Betroffene und Hinterbliebene wären nun Trauer und gesellschaftlicher Beistand angemessene und anständige Reaktionen.
Leider aber wurde die tödliche Messerattacke schon unmittelbar nach der Tat nicht nur von Rechtsextremen, sondern auch von bürgerlichen Medien und Politiker*innen für rechte,
ausländer*innen- und migrationsfeindliche politische Narrative missbraucht.

Wie bereits in den vergangenen Monaten überbieten sich bürgerliche Parteien aktuell darin, immer mehr menschenfeindliche Forderungen rechtsextremer Parteien wie der AfD zur eigenen Agenda zu machen. Das bereits jetzt schon in den letzten Monaten immer mehr ausgehöhlte Asylrecht soll nun bis zur Unkenntlichkeit beschränkt werden.

Und für was, wenn nicht dem alleinigen Bedienen rassistischer Ressentiments, soll es gut sein, wenn die wichtigste Frage nach einem Verbrechen die Herkunft von Täter*innen zu sein scheint? Auch hier hat sich ein gesellschaftlicher Diskurs gefährlich nach rechts verschoben: denn früher waren es nur überzeugte Nazis, die die Herkunft betonten, um die Menschen in – angeblich von Natur aus – Höher- und Minderwertige zu unterteilen. Inzwischen ist die Herkunft eines Täters auch in den meisten bürgerlichen Medien vorrangiges Informationsbedürfnis.

Das Fischen im längst überwunden geglaubten Pool herrenmenschlicher „Blut&Boden“-Ideologie hilft den Opfern hingegen gar nichts. Im Gegenteil: Die Hetze gegen alle, die als Nicht-Deutsch kategorisiert werden, bedeutet eine alltägliche, reale Gefahr für diese Menschen. Auch für einige der Überlebenden und Hinterbliebenen des Messerangriffs.

 

Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda.

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